Altstadt-Metzgerei Reetz

Mineralstoffe

Eine Vielzahl von Mineralstoffen ist für die Aufrechterhaltung verschiedener Körperstrukturen und
Körperfunktionen unentbehrlich; sie müssen daher mit der Nahrung zugeführt werden. Entsprechend der
Mineralstoffkonzentration im Körper und der benötigten Zufuhrmenge unterscheidet man zwischen Mengen- und
Spurenelementen. Die Mengenelemente kommen im Körper in hohen Konzentrationen vor. Sie werden täglich in Gramm-Mengen benötigt und mit der Nahrung aufgenommen.
Hierzu zählen Natrium, Kalium, Calcium, Phosphor, Magnesiumund Chlor. Dagegen kommen die Spurenelemente im Körper nur in relativ geringen Konzentrationen vor. Sie müssen dem
Körper in millionstel bis tausendstel Gramm-Mengen pro Tag zugeführt werden. Zu den Spurenelementen zählen Eisen, Jod, Fluor, Mangan, Kupfer, Zink, Kobalt, Chrom, Selen, Molybdän und Vanadium.
Für die oben genannten Mengen- und Spurenelemente sind konkrete physiologische Funktionen bekannt. Sie gelten deshalb als lebensnotwendig. Darüber hinaus finden sich im Körper weitere Spurenelemente: Für Nickel und Zinn sind die Funktionen nicht sicher bekannt. Die übrigen Spurenelemente sind entweder ohne physiologische Funktionen und somit nicht lebensnotwendig; zu diesen zählen Aluminium, Barium, Bor, Gold und andere. Oder sie wirken bei hohen Aufnahmen sogar giftig wie Antimon, Arsen, Blei, Cadmium und Quecksilber.
 Die Mineralstoffe können entsprechend ihren Funktionen im Körper in folgende Gruppen eingeteilt
werden:

1. Mineralstoffe, die Bestandteile von Körperstrukturen sind.
2. Mineralstoffe, die Bestandteile der Körperflüssigkeiten sind.

Die Aufgaben der Mineralstoffe im Körper sind vielfältig. Sie reichen von ihrer Bedeutung als "Baumaterial" der Knochen, Knorpeln und Zähne und ihrer wichtigen Rolle bei der Reizübertragung in Nerven- und Muskelzellen bis hin zur Aktivierung zahlreicher Stoffwechselreaktionen.

 

Hierzu zählen:

Kalium

Kalium ist maßgebend beteiligt an der Aufrechterhaltung der
Druckverhältnisse in den Körperzellen. Es wird bei der
Nerven- und Muskelarbeit benötigt und wirkt als Aktivator
bei Reaktionen des Eiweiß- und Kohlenhydratstoffwechsels.
Kalium ist Bestandteil der Verdauungssäfte des Magen-Darm-
Traktes und wird über den Darm rasch aufgenommen. Die
Kaliumausscheidung erfolgt über die Niere und ist bei
vermehrter Natriumaufnahme erhöht. Der Kaliumbedarf wird mit
einer täglichen Zufuhr von 3 bis 4 g gedeckt. Verluste an
Kalium (z. B. bei schweren Durchfällen oder Erbrechen)
müssen durch erhöhte Zufuhr ausgeglichen werden.
Kaliummangel äußert sich in Herz-Muskel-Schäden,
Muskelerschlaffung, Blutdrucksenkung, Appetitlosigkeit,
Pulsunregelmäßigkeiten und Auftreibungen des Bauches. Eine
anhaltende übermäßige Kaliumzufuhr wird mit Schwäche- und
Schweregefühl der Muskeln, Unregelmäßigkeiten des
Herzschlags, Kreislaufkollaps und Herzstillstand in
Verbindung gebracht.

Magnesium

Magnesium ist am Aufbau von Knochen und Zähne beteiligt. Es
aktiviert verschiedene Reaktionen des Kohlenhydrat- und
Eiweißstoffwechsels und spielt eine wichtige Rolle bei der
Muskel- und Nervenreizbarkeit. Die Magnesiumaufnahme über
den Darm wird durch Calcium, Phosphor, Fett, Eiweiß und
Alkohol sowie durch einen Mangel an Vitamin B 1 und Vitamin
B 6 gehemmt. Durch Vitamin D und das Hormon der
Nebenschilddrüsen wird die Aufnahme gefördert. Der genaue
Magnesiumbedarf ist nicht bekannt. Die empfohlene Zufuhr
beträgt für Männer 350 mg, für Frauen 300 mg. Der Bedarf ist
während Schwangerschaft und Stillzeit erhöht. Ein Mangel an
Magnesium führt zu Körpergewichtsabnahmen, Muskelzuckungen,
Rhythmusstörungen sowie Krämpfen und Bewußtseinstrübungen
(Delirium).
 

Calcium

Calcium wird für die Bildung von Knochen und Zahnsubstanz
benötigt. Des weiteren ist dieser Mineralstoff an der
Erregbarkeit der Nerven und Muskeln beteiligt. Für die
Blutgerinnung ist Calcium unverzichtbar. Es gilt zudem als
Aktivator bestimmter Stoffwechselreaktionen. Die Aufnahme
von Calcium erfolgt über den Darm und wird durch Vitamin D,
Milchzucker sowie saures Milieu begünstigt. Durch
übermäßige Fettzufuhr sowie bei gleichzeitiger Aufnahme von
Oxolat, Phytat und Phosphor wird die Aufnahme gehemmt.
Die Calciumausscheidung erfolgt hauptsächlich über den Kot.
Die Calciumaufnahme und das Einbauen in die Knochen werden
durch das Hormon der Nebenschilddrüsen kontrolliert. Der
Bedarf wird mit einer täglichen Calciumzufuhr von 800 mg
gedeckt. Während Schwangerschaft und Stillzeit ist der
Bedarf erhöht.
Ein Mangel an Calcium führt während der Wachstumsphase zur
Rachitis und beim Erwachsenen zur Knochenerweichung. Zudem
ist bei Calciummangel die Erregbarkeit des Nervensystems
und der Muskulatur erhöht (Tetanie).
 

Eisen

Eisen ist am Transport von Sauerstoff im Blut beteiligt
(etwa 70 % des Körpereisens liegen im Blutfarbstoff vor).
Des weiteren wird Eisen für die Bildung verschiedener Stoffe
benötigt, die an lebensnotwendigen Körperfunktionen
beteiligt sind. Die Eisenaufnahme erfolgt hauptsächlich
über den Darm. Sie wird durch Vitamin C gefördert und kann
durch Calcium, Phosphorsalze und Phytat bis zu 50 % gehemmt
werden. Von der zugeführten Eisenmenge werden
durchschnittlich etwa 10 % tatsächlich aufgenommen. Das
Eisen aus Fleisch und Fleischprodukten wird etwa zu 30 %
aufgenommen, das Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln nur
zu weniger als 10 %. Der Bedarf des Erwachsenen an Eisen
beträgt etwa 1 mg pro Tag. Da jedoch das Eisen aus der
Nahrung im Schnitt nur zu 10 % aufgenommen wird, und da
während der Menstruation etwa 15 mg pro Monat verlorengehen,
wird für Erwachsene eine tägliche Zufuhr von 12 mg für
Männer und 18 mg für menstruierende Frauen empfohlen.
Während Schwangerschaft und Stillzeit ist der Bedarf erhöht.
Eisenmangel führt zu Anämie ("Blutarmut") mit vermindertem
Blutfarbstoff und verkleinerten roten Blutkörperchen. Auch
ein Mangel von Haut- und Haarpigmenten wurde beobachtet.
Besonders gefährdet für Eisenmangel sind Säuglinge, Kinder
und Jugendliche sowie Frauen während der Menstruationszeit.
 

 

Fluor

Fluor erhöht die Stabilität von Knochen und Zähnen; es
steigert die Festigkeit der Zahnsubstanz. Fluor hemmt
die Mundbakterien, die Zuckerreste fermentieren und so
Zahnbelag bilden. Daher wird es zur Kariesvorbeugung
eingesetzt. Ferner bewirkt Fluor einen Schutz gegen Anämie
("Blutarmut") während der Schwangerschaft, da es die
Eisenaufnahme aus dem Darm verbessert. Im Tierversuch wurde
festgestellt, daß Fluor die Wundheilung verbessert. Unter
normalen Ernährungsbedingungen mit einer gemischten Kost
werden 80 % der zugeführten Fluormenge über den Darm
aufgenommen. Die Aufnahme wird durch große Mengen an
Magnesium, Calcium und Aluminium verringert. Die
Fluorausscheidung erfolgt über die Niere. Der Bedarf an
Fluor wird mit einer täglichen Zufuhr von 1 mg gedeckt.
Wird Fluor in großen Mengen zugeführt, wirkt es giftig.
Mengen über 5 mg je kg Lebensmittel (besziehungsweise je
Liter Trinkwasser) führen zu Zahnschmelzverfärbungen.
Mengen über 10 mg je kg beziehungsweise Liter können zu
Knochenverformungen führen. Sehr hohe Fluorgaben (bis zu
50 mg je kg beziehungsweise Liter) beeinträchtigen die
Schilddrüsenfunktion und verursachen Störungen beim
Knochenaufbau. Extreme Fluordosen (bis zu 2 g) verursachen
Übelkeit und Erbrechen, 5 bis 10 g Fluor sind tödlich.

 

Phosphor

Phosphor ist wie Calcium Bestandteil des Skeletts. Ferner
ist dieser Mineralstoff im Stoffwechsel - insbesondere
im Prozeß der Energiegewinnung und Energieumwandlung - von
Bedeutung. Die Phosphoraufnahme durch den Darm wird durch
Vitamin D und das Hormon der Nebenschilddrüsen gefördert.
Durch verschiedene Nahrungsbestandteile (zum Beispiel
Calcium, Aluminium, Eisen, Inosit) wird die Aufnahme
gehemmt. Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich über die
Niere und wird durch das Hormon der Nebenschilddrüsen
reguliert. Der Phosphorbedarf wird mit einer täglichen
Zufuhr von 800 mg gedeckt. Während Schwangerschaft und
Stillzeit ist der Bedarf erhöht. Phophormangel führt zu
Muskelschwäche und Knochenleiden und kann in Verbindung mit
Vitamin-D-Mangel zum Krankheitsbild der Rachitis führen.
Lang anhaltende sehr hohe Phophoraufnahmen (über 4 g pro
Tag) können zu einer Verkalkung der Nieren führen.
Überhöhte Aufnahme (über 1,5 g pro Tag) kann bei
gleichzeitig erniedrigter Calciumaufnahme (weniger als
300 mg pro Tag) zu Störungen des Calciumstoffwechsels
führen.